Fahrberatung für Senioren

 

Eine freiwillige oder vom Arzt gewünschte Fahrberatung ist eine Möglichkeit seine Fahrtauglichkeit prüfen zu lassen. Ich bin ausgebildete Fahrberaterin für Senioren und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Fahrberater Verein SfV.

 

Was sind Fahrberater?

Wir sind erfahrene Fahrlehrer/Innen, die sich in einer anspruchsvollen Weiterbildung zum Fahrberater für Senioren ausbildeten.

Wie läuft eine Fahrberatung ab?

Bei der Fahrberatung macht der Autofahrer mit dem Fahrberater eine Probefahrt. Bestandteile sind:  Kontrolle von korrektem Fahren, systematische Überprüfung der im Alter häufig vorkommenden Fahreinschränkungen, Tipps und Übungen für sicheres Fahren sowie Besprechung individueller  fahrerischer Vorsichtsmassnahmen.  Nach der Probefahrt erhält der Fahrer Auskunft über seine aktuelle Fahrkompetenz. Stärken und Schwächen werden offen angesprochen. Der Fahrberater teilt klar mit, ob aus seiner Sicht die Fahrkompetenz, die Korrektheit und die Sicherheit der Fahrweise noch genügend gut ist. Die Beurteilung wird begründet. Selbstverständlich ist der Umgang mit den älteren Fahrern einfühlsam und freundlich. Die Fahrberatung  ist eine private Analyse, welcher sich der reifere Fahrer freiwillig unterzieht. Sie hat mit der Fahreignungsbeurteilung anlässlich der obligatorischen medizinischen Kontrolluntersuchung ab 75 nichts zu tun.

Was möchte mit der Fahrberatung erreicht werden?

Wichtigstes Ziel ist die unfallfreie  Fahrweise. Der Senior soll möglichst lange sicher am Verkehr  teilnehmen und zum richtigen Zeitpunkt freiwillig und  innerlich überzeugt  seinen Ausweis abgeben können.

Wer kommt zur Fahrberatung?

Zur Fahrberatung kommen nur Fahrer, die offiziell fahrgeeignet sind, das heisst, die Verkehrszulassung besitzen. Der Hausarzt bestätigt einem Senior die medizinische Fahreignung, d.h. die Erfüllung der gesundheitlichen Mindestanforderungen. Er kann einen Patienten ermutigen, freiwillig zu einer Fahrberatung zu gehen. Weil mit dem positiven  medizinischen  Kontrolluntersuch  nur ein Teilaspekt für die Verkehrszulassung erfüllt ist, doch fehlende Fahrroutine, mangelhafte Kenntnis  von Verkehrsregeln und versteckte gesundheitliche Schwächen sich manchmal nur beim Fahren manifestieren, ist die freiwillige Kontrolle der Fahrkompetenz bei einem geschulten Fahrberater sinnvoll.

Fahrberatungen werden gewünscht:

Bei Zunahme von Altersbeschwerden, nach Krankheiten, Unfällen und Operationen, vor einer amtlich verordneten Kontrollfahrt oder auch nur, wenn man  unkompliziert und privat seine eigene korrekte und sichere Fahrweise überprüfen lassen möchte.

Wussten Sie eigentlich, dass …

… man zu einer Kontrollfahrt mit einem Fahrprüfungsexperten aufgeboten werden kann? Bestehen Bedenken zur Fahreignung, kann das Strassenverkehrsamt eine solche Fahrt anordnen.

… es auch Führerscheine mit Beschränkungen gibt? Wer einen solchen Ausweis besitzt, darf nur bestimmte Strecken, nur zu bestimmten Zeiten fahren oder eine bestimmte Geschwindigkeit nicht überschreiten.

… jeder ab dem 75. Altersjahr alle zwei Jahre ärztlich seine Fahrtauglichkeit bestätigen lassen muss? Beim Hausarzt wird geklärt, ob der Lenker die medizinischen Mindestanforderungen erfüllt, um ein Fahrzeug zu führen.

… wenn ein Arzt an der Fahrtauglichkeit zweifelt, Partner und Familie hinzugezogen werden können? Diese fungieren beispielsweise als Zeugen, wenn regelmässigere ärztliche Kontrollen festgelegt werden.

… es Fahrauffrischungskurse speziell für Senioren gibt? Diese Fahrtrainings sind darauf ausgelegt, Menschen im höheren Alter wieder fit für die Strasse zu machen, und geben vielen ein Gefühl von Sicherheit zurück.

… betagte Menschen gar nicht mehr Unfälle verursachen als Junglenker? Sie legen im Durchschnitt nämlich weniger Kilometer zurück, gehen weniger Risiken ein und fahren ruhiger.

… ab 65 die Gefahr steigt, bei einem Unfall schwer verletzt oder gar getötet zu werden? Gründe dafür sind, dass Senioren verletzlicher sind. Zudem sind sie vor allem innerorts und auf Landstrassen unterwegs, wo es häufiger zu Unfällen kommt.

 

Die eigene Fahrtauglichkeit einschätzen

Das Wichtigste ist, dass Sie sich im Alter nur ans Steuer setzen, wenn Sie sich zu 100% fit fühlen. Je älter man wird, desto mehr schwinden Muskelkraft, Beweglichkeit und die allgemeine Mobilität – das kann sich auf die Fahrtüchtigkeit auswirken. Bei Senioren verschlechtert sich zudem das Sehvermögen. Das kann zum Risikofaktor werden, da etwa 90% der Informationen beim Autofahren von den Augen wahrgenommen werden. Auch nimmt mit dem Alter die Reaktionszeit zu, was zu falschem oder zu langsamem Reagieren in gefährlichen Verkehrssituationen führen kann.

Ein Online-Selbsteinschätzungstest, wie beispielsweise der vom bfu, hilft Seniorinnen und Senioren ihre Fahrtauglichkeit online zu testen und allfällige Konsequenzen zu ziehen, wie zum Beispiel einen Sehtest zu absolvieren, nur zu gewissen Tageszeiten zu fahren oder sogar ganz auf das Autofahren zu verzichten.